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Kiron Patka
Universität Tübingen • Institut für Medienwissenschaft
Wilhelmstraße 50 • 72074 Tübingen
Brechtbau • Raum 269
 07071 29 75586    kiron.patka@uni-tuebingen.de

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Kurzbio

Radio-Sounddesign hat den größten Teil meines Berufslebens geprägt. Nach einer Ausbildung zum Tontechniker arbeitete ich zunächst in der TV-Außenübertragung, bevor ich mich ab 2000 auf die Radioproduktion konzentrierte. Bis heute gehört die Produktion des Sounddesign von SWR1 zu meinen Tätigkeiten.

Ab 2008 studierte ich in Tübingen nebenberuflich Medienwissenschaft und Allgemeine Sprachwissenschaft, danach Literatur- und Kulturtheorie. Seit Dezember 2014 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter von Prof. Jürg Häusermann am Tübinger Institut für Medienwissenschaft und bereite dort auch meine Promotion vor.

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Audiojournalismus

Hören ist wieder in. Aber nicht nur bei Musik, sondern auch bei journa­listischen Audio­angeboten hat das Radio Kon­kurrenz be­kommen. Die Ange­bote reichen von pri­vaten und kommer­ziellen Podcasts über die Audio-on-demand-Portale der Öffentlich-Rechtlichen bis hin zu Sound­walks audio­philer Journa­listen und Sound­künstler. Die Zukunft des Radio­journalismus liegt im Netz; aus Radio­journalismus wird Audiojournalismus.

Welche Stärken des Mediums Radio können im Netz weiter­leben? Welche Praktiken, welches Know-how aus über 90 Jahren Entwicklungs­geschichte des Radios sind im multi- und crossmedialen Kontext von Smartphones und Tablets weiter­hin von Belang? Um diese Fragen geht es im Projekt Audiojournalismus.

Unsere Pageflow-Produktion Wallander wurde mit dem Digital-Journaslimus-Preis der LFK 2016 ausgezeichnet!

Crossmedia

Der Journalismus erlebt derzeit einen der größten Um­brüche seiner Ge­schichte. Jeder ein­zelne Journa­list und jede ein­zelne Redaktion steht vor unge­kannten Heraus­forde­rungen, und viele Medien­häuser sehen ihre Zu­kunft in der cross­media­len Ver­schrän­kung von Hör­funk, Fern­sehen und Online.

Wie kann cross­mediales Arbeiten in der Redaktion aussehen? Wie kommuni­zieren Journa­listen in Zukunft miteinander? Welche unter­schiedlichen Rollen spielen die Sozialen Medien dabei? Und wie kann aus Video, Audio, Foto, Grafik, Text und Inter­aktion mehr werden als nur eine infor­mative Website?

Mit Streaming Neckar haben wir ein groß ange­legtes Crossmedia-Projekt an den Start gebracht: Über 70 Studie­rende produ­zieren in cross­medialen Arbeits­gruppen Radio­sendungen, Fernseh­beiträge, Repor­tagen für die Zeitung, Pageflow-Reportagen, Facebook-Posts, Instagram-Fotos, Blog­einträge und nicht zuletzt ein App-Game: Projekt Streaming Neckar.

Radiosounddesign

„Radio is Sound.“ – Gorden Lea, 1926
„Radio ist Sound.“ – Helmut Kopetzky, 2012

Sounddesign erst macht Radio zu Radio. Es trägt dazu bei, dass sich Radio nicht so anhört wie eine Spotify-Playlist. Das hat viel mit Jingles zu tun – damit wird der Be­griff Sound­design im Radio-Kontext schnell in Ver­bindung gebracht. Aber Radio­sounddesign als weiter Begriff, wie ich ihn ver­stehe, umfasst ein ganzes Bündel an Tätig­keiten und deren Aus­wirkungen, ange­fangen von der akus­tischen Gestal­tung von Aufnahme­räumen über die Aus­bildung radio­foner Beitrags­formen bis hin zur An­passung des Sende­signals an die tech­nischen und ökono­mischen Bedin­gungen der terres­trischen Aus­strahlung und digi­talen Programm­verbreitung. Was ent­steht, ist eine Anmutung, die das je­weilige Radio­programm – so die Hoff­nung der Sender – unver­wechselbar macht. Jeder Radio­praktiker ist auch ein Sounddesigner.

Mehr in meinem Aufsatz Sound im Radio, in: Thomas Wilke, Jan-Noël Thon (Hg.): Sound in den Medien (VS 2016, in Vorbereitung)

Radiotopologie

So lautet der Arbeits­titel meiner Disser­tation. Und meine These: Das Radio ist aus einer Aus­einander­setzung mit Raum heraus ent­standen.

Der Produktion von Radio ist stark ge­prägt vom Denken in Kate­go­rien des Raums. Von An­fang an be­stand das Wunder des Radios darin, dass es mit seinen elektro­magne­tischen Wellen Raum über­windet. Eben­so von An­fang an mach­ten sich Akus­tiker daran, Aufnahme­räume für das Radio herzu­richten. Früh ent­wickelte sich daraus das ästhe­tische Ideal der raum­losen Stimme, und kurz darauf als Gegen­konzept die akus­tisch reiche Außen­aufnahme. Der Gegen­satz zwischen Räum­lich­keit und Raum­losig­keit ist ein zentraler ästhe­tischer Faktor für die radio­fonen Formen bis heute, sowohl im großen Feature als auch in der alltäg­lichen An­moderation.

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Idealismen

Radio ist ein einfaches Medium, das Menschen ohne große technische Hürden eine Stimme verleiht. Das gilt ganz ähnlich für Online. Multimedialer Journalismus ist möglich mit dem eigenen Smartphone, Open-Source-Software, kostenlosen Online-Tools und einem guten Auge und Ohr für die Gestaltung. Das Wichtigste: Etwas zu sagen zu haben.

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